Transklusion beschreibt das Prinzip, Inhalte nicht zu kopieren, sondern direkt aus ihrer Quelle einzubetten. Der eingebettete Inhalt bleibt dabei mit dem Original verbunden: Ändert sich die Quelle, aktualisiert sich die Einbettung automatisch mit.

Der Begriff wurde von Ted Nelson in den 1960er Jahren im Rahmen von Project Xanadu geprägt. Nelsons Idee war, dass Texte niemals aus ihrem Ursprungskontext herausgelöst werden sollten, weil damit immer auch die Herkunft und der Zusammenhang verloren gehen. Transklusion sollte das verhindern, indem der Originaltext an seinem Ort verbleibt und nur referenziert wird.

In Obsidian funktioniert Transklusion über die Einbettungssyntax mit einem Ausrufezeichen vor dem Wikilink, also ![[Notizname]]. Damit wird der Inhalt einer anderen Notiz direkt in die aktuelle Notiz eingebettet und bleibt gleichzeitig mit der Quelle verbunden. Ändert man den Originaltext, erscheint die Änderung überall dort, wo die Notiz „transkludiert“ wurde. Das ist besonders nützlich für wiederverwendbare Inhalte wie Definitionen, Vorlagen oder Standardtexte, die an mehreren Stellen im Vault auftauchen sollen, aber nur an einer Stelle gepflegt werden müssen.