SGML (Standard Generalized Markup Language) ist der wenig bekannte Urahn von HTML und XML. 1986 als ISO-Standard verabschiedet, war SGML die erste Metasprache zur Definition von Markup-Sprachen: Man nutzte SGML nicht direkt zum Schreiben von Dokumenten, sondern um festzulegen, wie eine Markup-Sprache überhaupt aussehen soll. HTML ist in diesem Sinne eine Anwendung von SGML, also eine konkrete Sprache, die nach den Regeln von SGML definiert wurde.
SGML war mächtig, aber entsprechend komplex und vor allem in der Verlagsbranche, bei Behörden und in der Luftfahrtindustrie im Einsatz, also überall dort, wo große Dokumentenmengen strukturiert und langfristig verwaltet werden mussten. Für normale Anwender war es schlicht zu aufwändig. Das konzeptionelle Fundament aber, die saubere Trennung von Inhalt und Struktur, zieht sich als roter Faden durch die gesamte Geschichte der Markup-Sprachen bis hin zu Markdown und Obsidian. (Wikipedia)