Markdown und Auszeichnungen in Obsidian
Obsidian verwendet Markdown für alle Notizen. Doch während Markdown ursprünglich nur dazu diente, Text übersichtlich zu strukturieren, erweitert Obsidian dieses einfache Prinzip zu einem leistungsfähigen System für vernetztes Wissen.
In diesem Kapitel geht es nicht darum, Markdown von Grund auf neu zu erklären, denn dafür gibt es zahllose Quellen. Stattdessen liegt der Fokus darauf, wie Obsidian Markdown einsetzt und erweitert, um Texten mehr Struktur, Bedeutung und Kontext zu geben.
Wir sehen uns die wichtigsten Auszeichnungen und Erweiterungen im Detail an: Überschriften, Listen und Zitate sowie Wikilinks, Callouts, und Diagramme. Du sollst verstehen, warum diese Elemente so zentral für Obsidian sind und wie sie zusammenspielen, um Notizen semantisch reicher und gleichzeitig maschinenlesbarer zu machen.
Am Ende des Kapitels findest du Hinweise und weiterführende Links zu detaillierten Syntaxbeschreibungen, falls du einzelne Auszeichnungen nachschlagen möchtest.
#Struktur und Bedeutung durch Markdown
In klassischen Textverarbeitungsprogrammen wie Word oder Pages gibt es zwar Formatvorlagen für Überschriften und Listen, doch sie werden in der Praxis häufig ignoriert. Viele Nutzer verändern stattdessen Schriftgröße und Farbe, weil es schneller geht. Für das Auge wirkt das wie eine Überschrift, für den Computer bleibt es jedoch nur fettgedruckter Text ohne erkennbare Bedeutung.
Markdown funktioniert anders. Es zwingt den Autor dazu, Bedeutung zu vergeben statt nur Aussehen zu gestalten. Du kannst in Markdown keine Schriftgrößen, Abstände oder Farben festlegen, sondern ausschließlich kennzeichnen, welche Rolle ein Textabschnitt hat: Überschrift, Absatz, Liste, Zitat oder Hervorhebung.
Dadurch entsteht automatisch eine klare Struktur, die sowohl menschlich lesbar als auch maschinell interpretierbar ist. Obsidian kann dann diese Struktur auch nutzen, um Inhalte sinnvoll zu gliedern, Beziehungen zwischen Notizen sichtbar zu machen und Navigation sowie Filter anzubieten.
So wird aus reinem Text ein System von Elementen, das von Menschen verstanden und aber auch Maschinen weiterverarbeitet werden kann. Markdown unterstützt damit das Denken in Struktur statt im bloßen Erscheinungsbild.
Genau darin liegt seine Stärke und der Grund, warum Markdown für Obsidian eine ideale Basis ist: Inhalte bleiben verständlich, dauerhaft lesbar und trotzdem maschinell auswertbar.
#Klassische Markdown-Elemente im Obsidian-Kontext
Markdown ist bewusst minimalistisch gehalten. Wenige Auszeichnungen genügen, um Inhalte logisch zu strukturieren und sowohl für Menschen als auch für Maschinen verständlich zu machen. Obsidian setzt genau auf diesen minimalen Kern auf, erweitert ihn jedoch zu einem System, das Struktur nicht nur anzeigt, sondern aktiv nutzt. Dadurch werden Überschriften, Listen oder Links nicht nur optisch dargestellt, sondern dienen als Basis für Navigation, Verknüpfungen, Suchfunktionen und automatisierte Auswertungen deiner Notizen.
#Überschriften
Eine Überschrift wird mit einem oder mehreren #-Zeichen markiert.
Ein # steht für die höchste Ebene, zwei ## für die nächste, und so weiter, bis 6 Ebenen
# Hauptthema
## Unterthema
### Detail
Überschriften gliedern Inhalte in Abschnitte. Sie geben dem Text eine hierarchische Struktur, die beim Lesen hilft und zugleich die Grundlage für weitere Verarbeitung bildet.
In Obsidian sind Überschriften mehr als visuelle Abschnitte. Sie bilden die Grundlage der Gliederungs-Ansicht, dienen als Ankerpunkte für Links und Blockreferenzen und unterstützen Erweiterungen wie Dataview dabei, Inhalte zu erkennen und zu organisieren. Eine klar strukturierte Hierarchie macht Notizen für dich und für das System leichter navigierbar.
#Listen
Listen werden mit - oder * erstellt, nummerierte Listen mit 1. und nachfolgender Nummerierung.
- Äpfel
- Birnen
- Trauben
oder
1. Schritt eins
2. Schritt zwei
Listen dienen dazu, Inhalte in gleichrangige Einheiten zu gliedern. Sie machen Aufzählungen, Schritte oder Argumente klar erkennbar und besser erfassbar.
In Obsidian können Listen auch die Grundlage für Aufgabenlisten sein. Dazu fügst du einfach [ ] für unerledigte und [x] für erledigte Aufgaben hinzu:
- [x] Einkauf planen
- [ ] Wein auswählen
Damit erkennt Obsidian automatisch Aufgaben, ermöglicht Filter und Suchabfragen und kann sie in täglichen Notizen zusammenführen oder in anderen Ansichten anzeigen. Erweiterungen können diese Aufgaben zusätzlich auswerten oder in Dashboards und Projektsichten darstellen.
#Horizontale Linien (--- oder ***)
Die Syntax ist einfach:
---
oder
***
Beide Varianten erzeugen eine horizontale Trennlinie, die Abschnitte im Text klar voneinander abgrenzt.
In Obsidian helfen horizontale Linien dabei, Inhalte gedanklich zu trennen, etwa bei langen Notizen, bei täglichen Logs oder wenn sich thematische Blöcke innerhalb einer Datei deutlich unterscheiden sollen. Sie können besonders hilfreich sein, wenn du mehrere Themen in einer Notiz sammelst und trotzdem klare Orientierungspunkte brauchst.
In frühen Textsystemen in Terminalsystemen, wie z.B. im Usenet wurden Überschriften im reinen Textformat durch Linien gekennzeichnet.
Überschift 1
===
Überschrift 2
---
Dieses Prinzip wurde teilweise in Markdown übernommen. Wenn direkt unter einer Zeile ohne Leerzeile drei Bindestriche stehen, interpretiert Markdown sie häufig als Überschrift zweiter Ebene, so auch in Obsidian.
Um Missverständnisse beim Rendern zu vermeiden, solltest du dir angewöhnen für horizontale Linien *** zu verwenden.
#Zitate
Ein > vor einer Zeile kennzeichnet ein Zitat oder einen hervorgehobenen Textabschnitt.
> Ein guter Wein braucht Geduld.
Zitate haben in Obsidian eine doppelte Funktion. Sie heben Inhalte hervor, die entweder fremde Aussagen wiedergeben oder inhaltlich abgesetzt betrachtet werden sollen, etwa Hinweise, Beispiele oder Kommentare. Sie signalisieren: Dieser Text gehört zum Thema, steht aber gedanklich leicht daneben.
Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für Callouts, die aus einfachen Zitaten semantisch angereicherte Blöcke machen. Da Callouts eine Markdown-Erweiterung von Obsidian sind, werden sie weiter unten vorgestellt.
#Code und Inline-Code
Markdown kennt zwei Varianten:
- Inline-Code:
`befehl` - Mehrzeiliger Codeblock:
```bash
osascript -e 'display dialog "Hallo Welt"'
```
Statt der Backticks kannst du auch drei~~~verwenden:
~~~bash
osascript -e 'display dialog "Hallo Welt"'
~~~
Inline-Code hebt einzelne Begriffe innerhalb eines Satzes durch Monospace-Schrift und eine abgesetzte Textfarbe hervor. Er eignet sich besonders, um Befehle, Dateinamen, Parameter oder kurze Codefragmente zu kennzeichnen, die beim Lesen nicht übersehen werden sollen. .
Codeblöcke eignen sich für größere Abschnitte von Beispielcode, etwa für Skripte oder HTML. Sie lassen sich im Live-Preview und Lesemodus mit einem Klick in der linken oberen Ecke vollständig in die Zwischenablage kopieren.
Wenn du direkt hinter den drei Backticks die verwendete Sprache angibst, hebt Obsidian den Code syntaxbasiert farblich hervor. Das ist zwar kein offizieller Markdown-Standard, wird aber von vielen Renderern ebenfalls verstanden.
Obsidian nutzt für die farbliche Darstellung die Prism.js-Library. Dort kannst du auch nachschauen, welche Sprachen unterstützt werden.
Falls keine oder eine unbekannte Sprache angegeben ist, wird der Code nur entsprechend dem aktiven Theme mit einer anderen Hintergrundfarbe und in Monospace-Schrift dargestellt.
Wenn du einen Codeblock innerhalb eines anderen darstellen möchtest, verwende für den äußeren Block vier Backticks. Alternativ kannst du den äußeren Block mit drei Backticks und den inneren mit drei Tilden ~~~ markieren.
#Links und Bilder
Da Markdown entstand, um einfache Blogbeiträge zu schreiben, gibt es im „Standard“ nur den klassischen Link und die Möglichkeit, Bilder einzubinden.
Links folgen der klassischen Markdown-Syntax:
[ObsidianGuide](https://obsidianguide.de)
Du kannst statt http oder https auch andere URI-Schemata nutzen. So kannst du beispielsweise auf eine Datei auf deiner Festplatte verweisen:
[Weinliste](file:///Users/leif/Notes/Weinliste.md)
Das Einbinden von Bildern, also das direkte Anzeigen von Bildern in der Notiz, funktioniert fast gleich. Dazu setzt du ein ! vor die eckige Klammer:

Der [TEXT] ist der Alt-Text, der angezeigt wird, wenn das Bild nicht geladen werden kann. Screenreader verwenden ihn ebenfalls. Obsidian zeigt den Alt-Text zwar nicht an, berücksichtigt ihn aber beim Export. Auch andere Programme, die die Markdown-Datei weiterverarbeiten, können über den Alt-Text zusätzliche Bedeutung aus dem Bildlink ableiten. Deshalb solltest du Alt-Texte auch in Obsidian pflegen, besonders wenn du Inhalte veröffentlichst oder automatisiert auswertest.
Alternativ zu Inline-Links kannst du auch sogenannte Referenz-Links nutzen. Sie eignen sich, wenn du denselben Link mehrfach verwenden möchtest oder Quellen am Ende einer Notiz zentral verwalten willst.
Links im Fliestext:
[ObsidianGuide][Guide]
mit anderem Title:
[Mein Guide][Guide]
Die Linkdefinition wird meist am Ende einer Notiz erstellt. Der Name ist frei wählbar. Statt ausgeschriebener Wörter oder Abkürzungen sind auch Zahlen möglich, der Name muss nur innerhalb der Notiz eindeutig sein.
[Guide]: https://obsidianguid.deWenn du Leerzeichen oder Sonderzeichen im Pfad hast, müssen diese URL-encodiert werden. Ein Leerzeichen wird beispielsweise zu %20.
Aus /Users/leif/Meine Dokumente wird dann /Users/leif/Meine%20Dokumente.
Siehe auch: URL-Encoding – Wikipedia
Das sind die Linktypen, die im Markdown-Standard beschrieben sind. Obsidian-Erweiterungen wie die interne Verlinkung innerhalb des Vaults lernst du im nächsten Kapitel kennen.
Links stellen eine Beziehung zwischen deiner Notiz und einer externen oder weiterführenden Informationsquelle her. Sie machen sichtbar, woher etwas stammt, wo zusätzliche Details zu finden sind oder welcher Kontext relevant sein könnte.
Bilder ergänzen Informationen visuell und sind Teil des Inhalts, nicht nur Dekoration. Sie können Verständnis schaffen und Zusammenhänge verdeutlichen, ohne die semantische Struktur der Notiz zu verändern. Überschriften, Absätze und Listen bleiben die strukturgebenden Elemente, während Bilder die inhaltliche Aussage erweitern.
Strukturell tragen Links und Bilder dazu bei, dass eine Notiz nicht isoliert steht, sondern in ein größeres Wissensumfeld eingebettet wird.
Markdown trennt hier weiterhin klar zwischen Inhalt und Verweis. Dadurch bleibt eine Notiz sowohl für Menschen gut lesbar als auch für Programme eindeutig auswertbar.
#Fett, kursiv und kombinierte Formatierung
**fett**, *kursiv*, ***fett und kursiv***
Diese Hervorhebungen betonen wichtige Begriffe, Formulierungen oder Gedanken und machen deren Relevanz sichtbar. Sie sind auch in der reinen Textansicht eindeutig erkennbar und verlieren ihre Bedeutung nicht, selbst wenn Markdown nicht gerendert wird. Andere Programme oder Skripte können sie identifizieren und in automatisierten Auswertungen berücksichtigen, etwa beim Extrahieren von Begriffen, beim Konvertieren in andere Formate oder bei semantischen Analysen.
#Tabellen
Tabellen strukturieren Informationen in Zeilen und Spalten. Sie eignen sich für einfache Datendarstellungen, z. B. Zutatenlisten, Preisvergleiche oder Terminübersichten.
| Weinname | Jahrgang | Bewertung |
| ------------- | -------- | ---------- |
| Riesling | 2022 | ★★★★☆ |
| Spätburgunder | 2021 | ★★★☆☆ |
In Markdown sind Tabellen rein textbasiert und behalten ihre Struktur auch ohne visuelle Formatierung. Sie geben eine schnelle Übersicht über Daten, machen Inhalte leichter vergleichbar und sind durch ihre definierte Struktur maschinell auswertbar.
Im Live-Preview kannst du Tabellen mittlerweile über das Kontextmenü erstellen und auch Zeilen sowie Spalten bearbeiten. Auch die Sortierung nach Spalten lässt sich über die Tabellenfunktionen im Kontextmenü einstellen.
Es gibt aber auch Einschränkungen: Zellen können nicht über mehrere Zeilen oder Spalten verbunden werden und komplexe Layouts sind nicht möglich.
Tabellen sind ein übliches Mittel, strukturierte Daten darzustellen und Beziehungen sichtbar zu machen. Im Markdown bleiben sie claro gegliedert, auch im reinen Textformat, und sind dadurch nicht nur lesbar, sondern auch von Programmen leicht interpretierbar.
#Obsidian-spezifische Erweiterungen
Die im vorherigen Kapitel behandelten Auszeichnungen bilden die Grundlage für die Verwendung von Markdown in Obsidian. Die nun folgenden Funktionen stammen nicht aus dem Markdown-Standard, gehören jedoch zu den zentralen Merkmalen, die Obsidian besonders machen. Zunächst stelle ich dir eine Erweiterung der Auszeichnung für Zitate sowie eine zusätzliche Formatierungsmöglichkeit vor. Danach gehen wir darauf ein, wie du Notizen und Dateien intern verlinkst und damit Beziehungen innerhalb deines Vaults sichtbar machst. Abschließend zeige ich dir, wie du interne und einige externe Dateien direkt in einer Obsidian-Notiz anzeigen kannst.
#Von Markdown zu vernetztem Wissen
Markdown liefert die Basis aus klar strukturiertem Text. Aber erst durch die Erweiterungen von Obsidian entsteht daraus ein System, in dem Notizen miteinander in Beziehung stehen, ausgewertet und miteinander verknüpft werden können. Im nächsten Kapitel sehen wir uns an, wie Obsidian diese Struktur erweitert und im Arbeitsalltag nutzbar macht.
#Callouts
Callouts sind eine semantische und visuelle Erweiterung des klassischen Markdown-Zitatblocks. Sie beginnen mit einem > und einer spezifischen Auszeichnung, die den Typ des Callouts definiert, in eckigen Klammern:
> [!info]
> Markdown ist leicht zu lernen, aber erstaunlich vielseitig.
Obsidian rendert das automatisch als farblich hervorgehobenen Hinweisblock. Je nach Typ ändern sich Symbol und die Hintergrundfarbe.
Standard-Callouts in Obsidian:
| Typ | Syntax | Bedeutung |
|---|---|---|
| Note | [!note] |
Neutraler Hinweisblock |
| Info | [!info] |
Informative Ergänzung |
| Tip | [!tip] |
Praktischer Tipp |
| Success | [!success] |
Positives Ergebnis |
| Question | [!question] |
Fragestellung oder Denkimpuls |
| Warning | [!warning] |
Warnung oder wichtiger Hinweis |
| Failure | [!failure] |
Fehlermeldung oder Negativbeispiel |
| Danger | [!danger] |
Kritischer Hinweis |
| Bug | [!bug] |
Fehler oder Problem |
| Example | [!example] |
Beispiel oder Anwendungsfall |
| Quote | [!quote] |
Zitat oder hervorgehobene Aussage |
Ein Callout kann auch so definiert werden, dass er ausgeklappt oder eingeklappt dargestellt wird. Durch das Angeben eines + oder - direkt hinter dem Callout-Typ wird festgelegt, ob er beim Öffnen der Notiz ausgeklappt (+) oder eingeklappt (-) erscheint.
> [!info]+
> Dieser Callout ist standardmäßig geöffnet.
> [!warning]-
> Dieser Callout ist standardmäßig eingeklappt.
Du kannst dem Callout auch einen eigenen Namen geben:
> [!example]- Beispiel
> Dieser Callout hieße "Example", wenn hier kein extra Name angegeben würde.
Callouts verleihen Markdown eine visuelle Hierarchie, ohne die semantische Struktur des Textes zu verändern. Sie eignen sich ideal für Tutorials, Dokumentationen und thematische Hervorhebungen, bei denen Inhalte stärker hervortreten sollen, ohne den Fließtext zu unterbrechen.
#Textmarkierung
Obsidian unterstützt das visuelle Hervorheben von Text nach dem Schema:
==Wichtig==
Der Text wird dabei meist gelb hinterlegt, ähnlich einem digitalen Textmarker. Die genaue Farbe hängt vom Theme ab und kann angepasst werden.
Wenn die schließenden == fehlen, wird der Text ab der ersten Markierung bis zum Ende des Blocks als hervorgehoben dargestellt. Die Markierung endet automatisch an der nächsten Blockgrenze, etwa bei einem Zeilenumbruch oder einer Überschrift.
Diese Syntax ist kein offizieller Markdown-Standard, wird aber von vielen modernen Markdown-Editoren unterstützt.
Hervorhebungen eignen sich, um Schlüsselbegriffe oder offene Fragen im Text zu markieren. Sie sind rein visuell, unterstützen aber die Lesbarkeit und schnelle Wiederauffindbarkeit wichtiger Textstellen.
#Links zu internen Dateien
#Wikilinks
Ein Wissensnetz entsteht nicht durch einzelne Notizen, sondern durch die Verbindungen zwischen ihnen. Wikilinks sind in Obsidian der einfachste und zugleich mächtigste Weg, solche Verbindungen herzustellen. Sie zeigen, dass eine Notiz inhaltlich mit einer anderen verknüpft ist – und machen genau diesen Zusammenhang maschinenlesbar.
Ein Wissensnetz entsteht nicht durch einzelne Notizen, sondern durch die Verbindungen zwischen ihnen. Wikilinks sind in Obsidian der einfachste und zugleich mächtigste Weg, solche Verbindungen herzustellen. Sie zeigen, dass eine Notiz inhaltlich mit einer anderen verknüpft ist und machen diesen Zusammenhang auch maschinenlesbar.
Die Syntax ist schlicht: Ein doppeltes eckiges Klammerpaar genügt, um auf eine andere Datei im Vault zu verlinken:
[[Weinverkostung 2024]]
Obsidian unterstützt dich aktiv bei der Eingabe. Sobald du die ersten beiden Klammern [[ tippst, werden die schließenden Klammern automatisch ergänzt und es öffnet sich eine Vorschlagsliste mit passenden Notizen. Die Liste wird beim Tippen gefiltert.
Existiert die verlinkte Notiz noch nicht, erscheint der Link leicht ausgegraut. Klickst du auf diesen ausgegrauten Link, legt Obsidian automatisch eine neue Datei mit diesem Namen an. So entsteht beim Schreiben eine vernetzte Struktur, ohne dass du sie vorher planen musst.
Standardmäßig verwendet Obsidian die einfache Wikilink-Syntax [[Notizname]].
Du kannst einen abweichenden Anzeigetext wie bei jedem anderen Link in diese Form definieren, etwa:
[Meine Notiz](Notizname)
Oder in der Wikilink-Syntax:
[[Notizname|Meine Notiz]]
Damit wird anstelle des Notiznamens „Meine Notiz“ angezeigt.
Beachte jedoch, dass du bei der klassischen Linksyntax auf URL-Encoding achten musst. So müssen Leerzeichen im Notiznamen mit %20 ersetzt werden, z. B. [Weinliste](Weine%202025). Bei Wikilinks ist das nicht nötig, sie funktionieren auch mit Leerzeichen direkt im Titel: [[Weine 2025]].
Da Obsidian alle Links intern verwaltet, kann es auf Namensänderungen reagieren und bestehende Links automatisch aktualisieren.
#Überschriften als Ankerpunkte
Gerade bei längeren Notizen kann ein direkter Link zu einer Überschrift helfen, beim Lesen schnell zur relevanten Stelle zu springen. Daher ist Überschrift in einer Obsidian-Notiz ist direkt adressierbar. Du kannst also gezielt auf einen Abschnitt innerhalb einer Notiz verlinken, zum Beispiel:
[[Weinverkostung 2025#Verkostungsnotizen]]
Beim Klicken auf diesen Link springt Obsidian direkt zu der angegebenen Überschrift, unabhängig von deren Ebene.
Du kannst aber auch zu Überschriften innerhalb einer Notiz verlinken:
[[#Listen]]
Damit wird jede Überschrift zu einem Ankerpunkt im Text, den Obsidian erkennen, referenzieren und direkt anspringen kann. Für dich entsteht dadurch eine weitere Navigationsebene innerhalb einer Datei, unabhängig von der Ordnerstruktur oder der Anzahl an Notizen.
#Blockreferenzen ^blockid
Du kannst in Obsidian nicht nur auf Überschriften verlinken, sondern auf jeden Block innerhalb einer Notiz. Dazu nutzt du sogenannte Blockreferenzen (auch Block-IDs). Damit lassen sich Textabschnitte oder einzelne Listenpunkte eindeutig benennen und direkt ansteuern.
Obsidian kann Blockreferenzen auch automatisch generieren, diese bestehen jedoch nur aus zufälligen Zeichen und haben keine semantische Bedeutung. Es ist daher sinnvoll, Blockreferenzen selbst zu vergeben und ihnen sprechende Namen zu geben.
Du fügst einem Absatz oder einem Listenelement am Ende eine Blockreferenz hinzu, in dem du ein ^-Zeichen und die Namen der Blockreferenz eingibst:
Das ist ein wichtiger Gedanke, den ich später wiederverwenden möchte. ^gedanke
Die Blockreferenz darf keine Leerzeichen enthalten. Verwende Buchstaben und Zahlen und setze kein Leerzeichen danach, da sonst das ^ nicht korrekt erkannt wird.
Der Link auf einen Block besteht aus dem Notiznamen, dem #und dem ^ gefolgt vom Namen der Blockreferenz.
[[Notizname#^gedanke]]
Wie bei jedem Wikilink kannst du auch einen eigenen Linktext vergeben:
[[Notizname#^gedanke|Mein Anzeigename]]
Falls du innerhalb einer Notiz auf den Block verweisen möchtest, lässt du den Notiznamen weg: ^gedanke
[[#^gedanke]]
Bei der Eingabe der Blockreferenz unterstützt dich Obsidian mit einer durchsuchbaren Auswahl aller vorhandenen Referenzen, nachdem du das ^-Zeichen eingegeben hast.
Beim Klicken auf den Link zeigt Obsidian genau diesen Absatz an, wobei der Block farblich hervorgehoben wird.
Blockreferenzen lassen sich direkt in einer anderen Notiz einbetten, indem du der Linkdefinition ein ! voranstellst:
![[Notizname#^gedanke]]
Eingebettende Blockreferenzen sind besonders nützlich, wenn du dieselbe Textpassage in mehreren Notizen referenzieren möchtest, ohne sie zu duplizieren.
#Einbettungen von anderen Dateien in eine Notiz
Du kannst statt auf andere Dateien zu verlinken und sie in einem separaten Programm zu öffnen, deren Inhalt direkt in einer Notiz anzeigen lassen. Im Markdown-Standard ist diese Art der Einbettung ursprünglich nur für Bilder definiert. Ein eingebettetes Bild von einem Webserver sieht zum Beispiel so aus:

Der einzige Unterschied zu einem Link, der das Bild nicht in der Notiz anzeigt, sondern im Webbrowser öffnet, ist das ! vor der eckigen Klammer.
Obsidian überträgt dieses Prinzip auf weitere Dateitypen und kann nicht nur Bilder, sondern auch interne Dateien wie PDF-Dokumente, andere Markdown-Notizen, Audio, Video oder einzelne Textblöcke direkt einbetten. Dabei unterscheidet Obsidian zwischen Dateien, die innerhalb des Vaults liegen, und solchen, die außerhalb gespeichert sind, zum Beispiel auf einem Webserver oder an einem anderen Ort im Dateisystem.
#Dateien innerhalb des Vaults einfügen
Dateien, die innerhalb deines Vaults liegen, kannst du mit einem Wikilink einbinden, dem ein ! vorangestellt wird. Falls es nur eine Datei mit diesem Namen gibt, musst du keinen Pfad angeben. Obsidian zeigt dir beim Tippen automatisch alle passenden Dateien an, die durch die Eingabe von Teilen des Namens gefiltert werden. Du kannst so eine Vielzahl von Dateitypen einbetten, etwa Notizen, Bilder, PDFs, Audio- oder Video-Dateien.
Falls du eine Datei noch nicht in deinem Vault hast, kannst du sie per Drag-and-Drop an die gewünschte Stelle in der Notiz ziehen. Obsidian kopiert sie automatisch an den für Anhänge definierten Speicherort im Vault.
#Notizen
Um den Inhalt einer gesamten Notiz einzubetten, wird dem Link zu der Notiz ein ! vorangestellt:
![[Weinverkostung 2024]]
Obsidian zeigt dann die vollständige Notiz inline an, visuell ähnlich einem Zitatblock. Bei längeren Notizen kann das jedoch schnell unübersichtlich werden. Gezielter ist die Einbettung einzelner Abschnitte oder Blöcke. Dafür nutzt du entweder eine Überschrift als Anker oder eine benannte Blockreferenz:
![[Weinverkostung 2024#Bewertung]]
![[Weinverkostung 2024^schluss]]
Eingebettete Inhalte werden live gerendert und automatisch aktualisiert, sobald sich die Originalnotiz ändert. Das macht Einbettungen besonders nützlich für wiederkehrende Inhalte wie Projektstatus, Kontaktinformationen, Hinweise oder Zitate, die zentral gepflegt und an mehreren Stellen wiederverwendet werden können.
Diese Notizen oder Abschnitte werden standardmäßig ähnlich wie Zitate dargestellt, also eingerückt und oft mit einem Rahmen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von dem Fließtext. Je nach Theme kann diese visuelle Hervorhebung variieren. Themes wie Minimal oder ITS bieten Einstellungen, um die Einrückung zu entfernen.
#Bilder
Wie du Bilder aus dem Internet oder von außerhalb deines Vaults einbindest, hast du bereits bei den Standard-Auszeichnungen kennengelernt. Für lokale Bilder innerhalb des Vaults kannst du die Wikilink-Syntax verwenden:
![[Bildname.png]]
Falls es mehrere Bilder mit demselben Namen gibt, musst du den Pfad innerhalb des Vaults angeben:
![[Bilder/Urlaub_2024.jpg]]
Die Bildgröße kannst du ändern indem du die Größe (breite x höhe) mit angibst:
![[/Bilder/Urlaub_2024.jpg|200x100]]
oder nur die Breite:
![[/Bilder/Urlaub_2024.jpg|200]]
Diese Größenangaben sind eine Obsidian-Erweiterung und gehören nicht zum Markdown-Standard. Andere Renderer übernehmen sie nicht.
Alternativ kannst du den klassischen Markdown-Stil verwenden. Dieser hat einen entscheidenden Vorteil, denn du kannst so einen Alt-Text hinzufügen. Das ist besonders wichtig für Barrierefreiheit und Suchfunktionen:

Alt-Texte funktionieren aktuell nicht zuverlässig mit der Wikilink-Syntax (![[datei|alt-text]]), da Obsidian keine offizielle Unterstützung dafür dokumentiert. Wenn Alt-Text für Barrierefreiheit, Web-Export oder maschinelle Verarbeitung wichtig ist, solltest du den klassischen Markdown-Stil () verwenden.
#Listen
Du kannst auch Listen und Aufgabenlisten aus einer anderen Notiz einfügen. Dazu musst du den gesamten Listenblock mit einer eigenen Blockreferenz versehen, die durch eine Leerzeile vom Listeninhalt getrennt wird:
- [ ] Fenster putzen
- [x] Einkaufen
^meine-liste
Damit kannst du die Liste wie gewohnt einbetten:
![[Meine Notiz#^meine-liste]]
Bei meinen Test für dieses Kapitel wurden die Blockreferenzen bei Listen nicht vorgeschlagen, daher musste ich den Namen manuell eingeben. Eigentlich sollten Blockreferenzen aber immer vorgeschlagen werden.
Eingebettete Aufgabenlisten lassen sich in der in der Notiz weiterhin abhaken oder zurücksetzen, wobei die Änderung in der Originalnotiz gespeichert wird. Dadurch kannst du beispielsweise Aufgaben aus Projektnotizen in einer Tagesnotiz anzeigen lassen, ohne sie zu kopieren oder doppelt pflegen zu müssen.
#PDF-Dateien
Du kannst PDF-Dateien, die in deinem Vault gespeichert sind, ganz einfach einbetten, indem du sie wie eine Notiz oder ein Bild mit ![[...]] referenzierst:
![[Rechnung_2024.pdf]]
Damit zeigt Obsidian das PDF in einem integrierten PDF-Viewer direkt in deiner Notiz an. Standardmäßig wird die erste Seite angezeigt, du kannst jedoch durch das gesamte Dokument scrollen. Am oberen Rand befindet sich eine Symbolleiste mit Funktionen zum Zoomen, Blättern, zur Seitenauswahl und zum Öffnen des PDFs in einem separaten Fenster.
Es kann aber auch initial eine bestimmte Seite direkt angezeigt werden, in dem du die Seite mitangibst:
![[Rechnung_2024.pdf#page=3]]
oder die Höhe des Viewers begrenzen:
![[Rechnung_2024.pdf#height=100]]
Kombinationen sind ebenfalls möglich:
![[Rechnung_2024.pdf#page=3&height=100]]
Die Seitenangabe führt nicht dazu, dass nur diese Seite eingebettet wird. Das vollständige PDF wird weiterhin geladen, Obsidian springt lediglich zur angegebenen Position.
#Audio-Dateien
Du kannst Audiodateien, die in deinem Vault liegen, direkt in eine Notiz einbetten:
![[aufnahme.m4a]]
![[interview.mp3]]
Obsidian zeigt dann einen integrierten Audio-Player mit Abspiel-, Pausen- und Lautstärkesteuerung an. Obsidian spielt die gängigen Audio Formate, wie .mp3, .m4a, .wavoder .ogg ab.
#Video-Dateien
Auch Videodateien, die in deinem Vault liegen, kannst du direkt abspielen:
![[Vortrag.mp4]]
Obsidian verwendet intern den nativen HTML5-Player und funktioniert mit gängigen Formaten wie .mkv, .mov, .mp4, .ogv, .webm. Je nach Betriebssystem und installierten Codecs kann die Unterstützung einzelner Formate jedoch variieren.
#Spezielle Obsidian Formate
#Canvas Dateien
Canvas-Dateien sind eine Erweiterung von Obsidian, die es dir ermöglicht, Informationen visuell auf einer Fläche zu strukturieren. Auf dieser Fläche, dem Canvas, kannst du Notizen, Texte, Bilder oder externe Webseiten in Boxen anordnen, visuell miteinander verbinden und mit Anmerkungen versehen. In den meisten Fällen wirst du eine Canvas-Datei eher direkt öffnen als sie einzubetten, unter anderem wegen eines aktuellen Bugs (siehe unten).
Canvas-Dateien erstellst du über die Befehls-Palette (⌘+P oder Ctrl+P → „Canvas erstellen“), wodurch eine .canvas-Datei erzeugt wird. Diese kannst du dann wie jede andere Datei einbetten:
![[MeinCanvas.canvas]]Beim Einbetten einer Canvas-Datei wird derzeit nicht der Inhalt der Boxen gerendert, sondern nur deren Rahmen, die Position und deren Verbindungen zu anderen Boxen. Öffnest du die Datei direkt, werden alle Inhalte korrekt dargestellt. Es kann sein, dass dieser Bug in deiner Obsidian-Version bereits behoben ist, daher lohnt sich ein Test.
#Bases Dateien
Mit der Bases-Erweiterung kannst du eine datenbankähnliche Ansicht auf deine Notizen erstellen, mit unterschiedlichen Sichten, Filtern und Formeln. Bases-Dateien werden über die Befehls-Palette erstellt. Im Gegensatz zu Canvas kannst du eine neue Bases-Datei auch direkt aus einer Notiz heraus anlegen und konfigurieren, ohne sie vorher separat zu erstellen.
Die Darstellung erfolgt entweder als Tabelle, Kachelansicht und seit der Version 1.10.1 als Liste oder als Karte.
![[Abfrage.bases]]
#Einbetten von Diagrammen mit Mermaid
Eine weitere Erweiterung ist die Möglichkeit, Diagramme direkt mit einer speziellen Beschreibungssprache in eine Notiz einzufügen. Hierzu wurde Mermaid in Obsidian integriert. Mermaid ist eine einfache, textbasierte Sprache zur Darstellung von Diagrammen und eignet sich für Technik-Dokumentationen, Prozesse, Mindmaps und Planungen.
Du kannst damit Flussdiagramme, Gantt-Charts, Klassendiagramme, Mindmaps und vieles mehr erzeugen. Das Einbetten erfolgt als Codeblock mit der Sprachangabe mermaid:
```mermaid
graph TD
A[Idee notieren] --> B[Aufgabe anlegen]
B --> C[Bearbeiten]
C --> D[Abschließen]
```
graph TD
A[Idee notieren] --> B[Aufgabe anlegen]
B --> C[Bearbeiten]
C --> D[Abschließen]
In der Preview-Ansicht rendert Obsidian das Diagramm, sobald du den Codeblock verlässt. Du kannst jederzeit zwischen Code und Darstellung wechseln und das Diagramm direkt in der Notiz bearbeiten.
Da Mermaid-Code als normaler Text gespeichert wird, bleibt er auch ohne Rendering im Editor oder bei Exporten nachvollziehbar. Du kannst ihn direkt in der Notiz anpassen, ohne ein externes Zeichenprogramm öffnen zu müssen. Das ist besonders hilfreich, wenn sich Diagramme im Laufe eines Projekts weiterentwickeln oder du sie als Teil eines Denk- und Schreibprozesses nutzt.
Mermaid ist eine eigenständige Open-Source-Bibliothek. Auf der offiziellen Seite findest du die vollständige Dokumentation, eine Testumgebung zum Ausprobieren von Diagrammen, Beispiele für alle Diagrammtypen und eine Übersicht über die Syntax: https://mermaid.js.org
#Formeln mit LaTeX (MathJax)
Falls du mathematische oder technische Notizen erstellst und Formeln darstellen musst, wirst du auch von Obsidian unterstützt. Obsidian verwendet dafür die externe Bibliothek MathJax, deren Syntax sich an LaTeX-Formeln orientiert.
Du kannst Formeln inline ($...$) oder als Block ($$...$$) schreiben. In Obsidian werden jedoch beide Varianten in einer eigenen Zeile dargestellt.
Die Inline-Variante eignet sich trotzdem gut, wenn eine Formel innerhalb eines Satzes steht und gedanklich Teil des Fließtexts ist:
So sieht es dann aus: $$E = mc^2$$
So Sieht es dann aus: \(E = mc^2\)$$ Für komplexere Darstellungen wie Gleichungssysteme oder Matrizen ist die Blockform besser geeignet. Sie sorgt für mehr Platz und bessere Lesbarkeit:
$$
\begin{bmatrix}
a & b \\
c & d
\end{bmatrix}
\cdot
\begin{bmatrix}
x \\
y
\end{bmatrix}
=
\begin{bmatrix}
0 \\
0
\end{bmatrix}
$$
Diese Erweiterung eignet sich besonders für wissenschaftliche Dokumentationen, Ingenieur- oder Statistiknotizen, bei denen mathematische Ausdrücke präzise dargestellt werden müssen. Obsidian rendert die Formeln direkt in der Preview,-Ansuícht, du benötigst keine zusätzliche Erweiterung.
Weitere Informationen:
- MathJax-Dokumentation: https://docs.mathjax.org
- Einführung in LaTeX: https://www.latex-project.org
#SVG Bilder
Du kannst auch SVG-Dateien wie andere Bilddateien einbinden:
![[obsidian.svg]]
Wie bei den anderen Bildern kannst du auch die Breite oder Höhe anpassen:
![[obsidian.svg|200]]
Falls du gerade keine Datei zum Testen hast, kannst du den folgenden Code in eine Datei mit der Endung .svg kopieren und in deinem Vault ablegen. Alternativ kannst du die Datei direkt auf eine Notiz ziehen, dann legt Obsidian sie automatisch im festgelegten Ordner für Anhänge ab.
<svg
xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"
viewBox="0 0 64 64"
role="img"
aria-label="Obsidian Stein Icon"
>
<defs>
<!-- Farbverlauf für den Stein -->
<linearGradient id="obsidianGradient" x1="0%" y1="0%" x2="100%" y2="100%">
<stop offset="0%" stop-color="#b68cff" />
<stop offset="50%" stop-color="#7c4dff" />
<stop offset="100%" stop-color="#3a1a7a" />
</linearGradient>
<!-- leichter Glanz oben links -->
<linearGradient id="highlightGradient" x1="0%" y1="0%" x2="100%" y2="100%">
<stop offset="0%" stop-color="rgba(255,255,255,0.8)" />
<stop offset="100%" stop-color="rgba(255,255,255,0)" />
</linearGradient>
</defs>
<!-- Schatten unter dem Stein -->
<ellipse
cx="32"
cy="54"
rx="16"
ry="4"
fill="rgba(0,0,0,0.25)"
/>
<!-- Hauptform des Steins -->
<g stroke="#2d0a5c" stroke-width="2" stroke-linejoin="round">
<!-- Außenform -->
<polygon
fill="url(#obsidianGradient)"
points="
32 6,
16 20,
12 38,
22 54,
42 54,
52 38,
48 20
"
/>
<!-- Facettenlinien -->
<polyline
fill="none"
points="
32 6,
24 24,
20 40,
32 54,
44 40,
40 24,
32 6
"
/>
<!-- zusätzliche Facette -->
<polyline
fill="none"
points="
16 20,
24 24,
40 24,
48 20
"
/>
</g>
<!-- Glanz oben links -->
<polygon
fill="url(#highlightGradient)"
points="
32 6,
16 20,
24 24
"
/>
</svg>
#Externe Links und Webeinbettungen
Wenn du externe Ressourcen einbinden möchtest, ist das mit etwas Bastelei verbunden. Prinzipiell folgt die Syntax dem klassischen Markdown-Stil:

Eigentlich sollte das für alle Dateitypen funktionieren, die Obsidian auch innerhalb des Vaults darstellen kann. Aus Sicherheitsgründen werden jedoch eingebettete Inhalte von externen Quellen größtenteils blockiert. Bilder funktionieren zuverlässig, andere Dateitypen dagegen nur eingeschränkt oder gar nicht. Neben Bilder werden im Moment nur Youtube-Videos und X-Posts direkt unterstützt.
#Einbettung von Youtube Videos
Das Einbinden von YouTube-Videos funktioniert wie ein Bild ohne Alt-Text und folgt ebenfalls der Einbettungs-Syntax:
Mit der Version 1.10.4 (Stand: Beta, Ende November 2025) werden YouTube-Videos wieder korrekt angezeigt. In früheren Versionen erscheint lediglich ein Platzhalter mit dem Hinweis, dass kein Viewer konfiguriert sei.
#Einbettung von X
Beiträge von X lassen sich auch direkt einbetten, indem du die URL eines Posts als Einbettung verwendest:

Andere soziale Plattformen wie Mastodon oder Bluesky werden aktuell nicht nativ unterstützt. Hier kann oft das Einbetten mit Hilfe von HTML erfolgen.
#Einbettungen mit HTML-Code
Falls du externe HTML-basierte Inhalte einbinden möchtest, kannst du in Obsidian einige HTML-Tags direkt verwenden.
#Verwendung von iframe
Mit dem HTML-Tag iframe kannst du zum Beispiel eine komplette Webseite einbetten:
<iframe src="https://obsidianguide.de" width="100%" height="600" style="border: none;"></iframe>
Du musst dabei immer Werte für Breite und Höhe angeben, da Obsidian den iframe sonst nur als kleine Box rendert. Der Wert für das Attribut width kann prozentual angegeben werden, wobei sich der Prozentwert auf die im Theme definierte Zeilenbreite bezieht. Gibst du die Breite in Pixel an, wird das iframe ggf. über diese Zeilenbreite hinweg bis maximal zum Fensterrand dargestellt.
Für das Attribut height solltest du einen festen Pixelwert verwenden. Prozentangaben werden von Obsidian hier nicht unterstützt und liefern kein sinnvolles Ergebnis. Mit einem festen Pixelwert legst du selbst fest, wie viel Platz der iframe in der Notiz einnimmt. Ist der Inhalt höher als die angegebene Höhe, blendet Obsidian Scrollbalken ein.
Viele Dienste wie Google Maps, Apple Music oder Spotify bieten unter der Option „Teilen“ einen HTML-Einbettungscode an. Wenn dieser Code auf einem iframe basiert, kannst du ihn in den meisten Fällen direkt in deine Notiz einfügen, und Obsidian zeigt den eingebetteten Inhalt an.
Hier ein Beispiel für Google Maps:
<iframe src="https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d9159.07692962106!2d-119.02747624514922!3d37.759121794239185!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x80961497a314aee3%3A0x3e9b8c0f733a48bf!2sObsidian%20Dome!5e1!3m2!1sde!2sde!4v1762595535388!5m2!1sde!2sde" width="600" height="450" style="border:0;" allowfullscreen="" loading="lazy" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade"></iframe>
Beispiel für Spotify:
<iframe data-testid="embed-iframe" style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/track/7Dw4ReVy2jfCQ9lzRoJ0yD?utm_source=generator" width="100%" height="352" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe>
Und das gleiche für Apple Music:
<iframe allow="autoplay *; encrypted-media *;" frameborder="0" height="150" style="width:100%;max-width:660px;overflow:hidden;background:transparent;" sandbox="allow-forms allow-popups allow-same-origin allow-scripts allow-storage-access-by-user-activation allow-top-navigation-by-user-activation" src="https://embed.music.apple.com/de/album/shine-on-you-crazy-diamond-pts-1-9-new-stereo-mix/1838026780?i=1838027194"></iframe>Bei manchen Mastodon-Posts findest du im Web-Interface einen Einbettungscode. Dieser basiert jedoch meist auf einem blockquote-Tag und benötigt zusätzlich JavaScript, damit der Beitrag korrekt angezeigt wird. Da Obsidian kein externes JavaScript ausführt, funktioniert dieser Embed dort nicht.
<iframe src="https://mas.to/@obsidian/115577985075195384/embed" width="100%" height="800"> </iframe>
Die Höhe musst du weiterhin selbst festlegen, da Mastodon kein automatisches Anpassen unterstützt.
#Media Tags
Externe Video- und Audiodateien kannst du auch mit den HTML-Tags video und audio einbinden. Dabei stehen dir einige Standard-Attribute zur Verfügung, etwa controls, muted, loop oder eine feste Breite:
<video src="https://example.com/test.mp4" width="640" controls muted loop></video>
<audio src="https://example.com/test.ogg muted" controls></audio>
Diese beiden Tags funktionieren in vielen Fällen zuverlässig, solange die Datei direkt aufgerufen werden kann.
#Weitere Ideen zur Verwendung von HTML in Notizen
Wenn du visuell anspruchsvollere Tabellen oder farbige Hervorhebungen benötigst, kannst du zusätzlich zu Markdown auch direkt HTML verwenden. Die folgenden Beispiele kannst du unverändert in eine Notiz einfügen, Obsidian rendert sie sofort.
Hier ein bunter Schriftzug:
<span style="font-size:2em; font-weight:600; letter-spacing:1px;">
<span style="color:#ff4b4b;">o</span>
<span style="color:#ff7b00;">b</span>
<span style="color:#ffc300;">s</span>
<span style="color:#00c853;">i</span>
<span style="color:#00b0ff;">d</span>
<span style="color:#3d5afe;">i</span>
<span style="color:#8e24aa;">a</span>
<span style="color:#e91e63;">n</span>
<span style="color:#ff4b4b;">g</span>
<span style="color:#ff7b00;">u</span>
<span style="color:#ffc300;">i</span>
<span style="color:#00c853;">d</span>
<span style="color:#00b0ff;">e</span>
<span style="color:#3d5afe;">.</span>
<span style="color:#8e24aa;">d</span>
<span style="color:#e91e63;">e</span>
</span>
Und hier ein ansprechendes Tabellen-Design:
<table style="width:100%; border-collapse:separate; border-spacing:0; font-family:var(--font-interface); box-shadow:0 2px 8px rgba(0,0,0,0.1); border-radius:12px; overflow:hidden;">
<thead style="background:linear-gradient(90deg, var(--interactive-accent-hover), var(--interactive-accent)); color:white;">
<tr>
<th style="text-align:left; padding:10px 12px;">Winzer</th>
<th style="text-align:left; padding:10px 12px;">Region</th>
<th style="text-align:left; padding:10px 12px;">Rebsorte</th>
<th style="text-align:right; padding:10px 12px;">Jahrgang</th>
<th style="text-align:center; padding:10px 12px;">Bewertung</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr style="background-color:var(--background-primary);">
<td style="padding:10px 12px;">Müller</td>
<td style="padding:10px 12px;">Pfalz</td>
<td style="padding:10px 12px;">Riesling</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:right;">2022</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:center;">★★★★☆</td>
</tr>
<tr style="background-color:var(--background-primary-alt);">
<td style="padding:10px 12px;">Schneider</td>
<td style="padding:10px 12px;">Rheinhessen</td>
<td style="padding:10px 12px;">Spätburgunder</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:right;">2021</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:center;">★★★★★</td>
</tr>
<tr style="background-color:var(--background-primary);">
<td style="padding:10px 12px;">Wagner</td>
<td style="padding:10px 12px;">Mosel</td>
<td style="padding:10px 12px;">Riesling</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:right;">2020</td>
<td style="padding:10px 12px; text-align:center;">★★★☆☆</td>
</tr>
</tbody>
</table>
HTML lohnt sich allerdings nur, wenn das Ergebnis statisch bleibt und du etwas darstellen möchtest, das in reinem Markdown nicht möglich wäre.
Die Ergebnis ist nicht immer vorhersehbar, weil die aktiven CSS-Klassen und Variablen deines Themes einen großen Einfluss haben auf die Darstellung des HTMLs haben können
Java-Skripte werden aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht ausgeführt. Genau deshalb bekommst du beispielsweise keine zuverlässige automatische Höhe für fremde Embeds.
Als Faustregel solltest du Markdown immer bevorzugen und HTML nur dann einsetzen, wenn es eine kleine, selbsterklärende Ergänzung ohne externe Abhängigkeiten ist. Für interaktive Inhalte, externe Embeds oder automatische Größenanpassungen nimm lieber ein Plugin oder verlinke direkt auf die Quelle. So verhinderst du, dass ein Iframe irgendwann unvollständig angezeigt wird oder die Darstellung in einem anderen Theme bricht.
#Fazit
Markdown bietet dir die Möglichkeit, schnell gut strukturierte Texte zu schreiben, die auch in ihrer Rohform klar lesbar und nachvollziehbar bleiben. Es ist maschinenlesbar, sodass sich Inhalte leicht in andere Formate konvertieren lassen.
Die Erweiterungen, die Obsidian implementiert hat, dienen vor allem dazu, aus vielen einzelnen Texten ein zusammenhängendes Wissensnetz zu machen. Einige dieser Erweiterungen werden in anderen Umgebungen nicht oder nur mit leicht abweichender Syntax unterstützt, lassen sich aber, falls Obsidian einmal nicht weiterentwickelt werden sollte, relativ einfach in andere Syntax überführen.
Durch Wikilinks, Blockreferenzen, Callouts, Einbettungen und Hervorhebungen wird so aus einfachem Notizen ein lebendiges Wissensnetz.
Diese Elemente verbinden Notizen logisch miteinander, machen Inhalte wiederverwendbar und helfen, wichtigen Kontext sichtbar zu halten.
Hervorhebungen und visuelle Akzente unterstützen außerdem die Lesbarkeit.
Damit schafft Obsidian eine Brücke zwischen Text und Wissen. Ohne Datenbank, ohne proprietäre Formate, sondern allein durch klare, strukturierende Auszeichnung, die dauerhaft offen und portabel bleibt.
#Weiterführende Ressourcen
Hier findest du noch einmal alle im Text genannten Links:
- Markdown Guide – Syntaxübersicht
- CommonMark Spec – offizieller Standard
- Obsidian Help: Markdown Syntax – Markdown in Obsidian
- Mermaid Dokumentation – Diagramme
- MathJax Dokumentation – LaTeX-Formeln in Markdown